Waldorfkindergarten Geldern

Inhaltsverzeichnis:
1. Betreuung von Kindern unter 3 Jahren
1.1.
1.2. Personal
1.3. Fort- und Weiterbildung
2. Grundsätze der Pädagogik
2.1. Bindung und Beziehung
2.2. Raumkonzept
3. Eingewöhnungsphase
4. Der Tagesablauf
4.1. Freispielzeit
4.2. Pflege des Kindes
4.3. Alltagsintegrierte Sprachförderung
4.4. Schlafen
5. Zusammenarbeit mit den Eltern

Konzept U3 Betreuung innerhalb der Gruppenform T1

1. Betreuung von Kindern unter 3 Jahren

1.1

Der Betreuungsbedarf an U3 Plätzen steigt zunehmend auch in unserer Einrichtung. Daher ist es unser Wunsch, dass für das Jahr 2016/2017 die Betriebserlaubnis einer T1 mit max. 6 U3 Plätzen in Aussicht gestellt wird und das wir bei anschließender baulicher Veränderung in 2017/2018 eine T1 Gruppe fest installieren zu können.

1.2 Personal

Fachkräfte werden nach den Vorgaben des KiBiz eingesetzt.

1.3 Fort- und Weiterbildung

2. Grundsätze der Pädagogik mit Blick auf die 2 jährigen Kinder entsprechen dem waldorfpädagogischem Konzept unserer Einrichtung

(siehe Anhang Konzeption der Einrichtung 3.1 )

2.1 Bindung und Beziehung

Um dem elementaren Bedürfnis des jungen Kindes nach Bindung zu entsprechen, übernimmt eine gleichbleibende Erzieherin als verlässliche Bezugsperson die Betreuung der 2 jährigen Kinder. Sie ist für die Eltern der verlässliche Ansprechpartner für Rückmeldungen zum Befinden des Kindes. Die Nähe und der sichere Kontakt zur Bezugsperson ermöglichen dem Kind Vertrauen zur Erzieherin zu entwickeln und sicher und gebunden ins Spiel zu kommen. So kann es sich gut entwickeln. Die Bedürfnisse des 2 jährigen Kindes unterscheiden sich von denen der älteren Kinder. Bezüglich der Größe einer Regelgruppe, wie dem Angebot an Spielmaterialien und den Tagesablauf braucht das kleine Kind differenzierte Betreuungsformen. Ferner nimmt das kleine Kind durch seine Sinne alles aus der Umgebung auf. Es ist wichtig dass es dem Kind jederzeit möglich ist, sich zurückzuziehen. Tagesablauf und Raumkonzept unserer Einrichtung geben seinem individuellen Bedürfnis nach Ruhe und Rückzug nach.

2.2. Raumkonzept

Der Gruppenraum incl. des Nebenraums verfügt über insgesamt ca. 70 qm. Es stehen den Kindern der Gruppe ein Hauptraum von ca. 50 qm und der angrenzende Raum ca. 20 qm zur Verfügung. Zudem gibt es einen Schlafraum und einen Wickelraum. In einem für die U3 Kinder abgrenzbaren Spielbereich im Außenbereich stehen den jüngsten Kindern für das Spiel Eimerchen, Schüppen, Kochtöpfchen und kleine Backformen, Bälle, kleine Schubkarren und Schaufeln zur Verfügung. Im zusätzlich angrenzenden naturbelassenen Spielbereich von ca. 400 qm (Wildblumenwiese, verschiedene Hügel, Himbeer- und Brombeersträucher, verschiedene Obstgehölze, und kleiner Sandkasten) finden die jungen Kinder einen ruhigen Raum vor. Auch hier ist die Erzieherin tätig. Sie sammelt Kräuter für Tee und Kräutersalz, Obst für die Vesperzeit. Die Kinder naschen und erfahren, welche Reichtümer uns die Natur schenkt.

3. Eingewöhnungsphase

Zur Eingewöhnung der Kinder orientieren wir uns nach dem Berliner Modell. Dieses sieht eine längere und sanfte Eingewöhnung vor. Mit einem Elternabend erhalten die Eltern Informationen zur Eingewöhnung der Kinder und dem pädagogischen Konzept der Einrichtung. Anschließend erfolgt ein persönliches Aufnahmegespräch. Die Erzieherin vertieft die Erläuterung der päd. Konzeption mit Blick auf die Kleinen und bezieht individuelle Fragen der Eltern, sowie Vorstellungen zur Betreuung und Aufnahme des Kindes ein. Die Eingewöhnung wird von der Erzieherin begleitet, die auch die künftige Bezugsperson der U3 Kinder bildet. In kleinen Schritten wird unter Berücksichtigung der Bedürfnislage des Kindes mit den Eltern ein erster Schritt der Ablösung abgestimmt. Je nach Entwicklungsstand des Kindes wird der weitere Verlauf im Austausch mit den Eltern aufgebaut. Ein regelmäßiger Austausch zwischen der Erzieherin und den Eltern ist selbstverständlich. Die Erzieherin der künftigen U3 Betreuung bietet den Eltern einen Hausbesuch an. Dieser kleine Besuch unterstützt die Vertrauensbildung (Kind – Erzieherin und Eltern und Erzieherin) und gibt der Erzieherin die Möglichkeit, sich ein Bild von dem Lebensraum des Kindes zu verschaffen. Das ermöglicht z.B. der Erzieherin an Äußerungen des Kindes besser anknüpfen zu können.

4. Der Tagesablauf

Der Tagesablauf differenziert sich je nach dem Entwicklungsstand der Kinder. Dieser ist klar gegliedert durch Freispielzeiten, Rituale und Ruhezeiten. Dies gibt dem Kind eine verlässliche Orientierung und Sicherheit. Die Kinder im 2. -3. Lebensjahr befinden sich mehr oder weniger in der Ich-Findung. Dieses ist häufig eine sensible Entwicklungsphase, in der das kleine Kind behutsam begleitet werden will und durch einen geregelten Tagesrhythmus und wiederholte Abläufe mit Wiedererkennungscharakter zu innerer Ausgeglichenheit und seelischer Festigkeit finden kann.

4.1 Freispielzeit

In der Betätigung und des Spiels des Kindes liegt nicht das Endprodukt, sondern die Handlung selbst im Vordergrund. Das Ziel des Kindes ist die Erprobung und Betätigung der eigenen Kräfte. Befriedigt erlebt es seine Selbstwirksamkeit und fühlt sich zu weiteren Spielen angeregt. Damit sich der kindliche Tätigkeitsdrang entfalten kann, braucht es die Nähe des freudig tätigen Erwachsenen. So bieten sich dem Kind durchschaubare Zusammenhänge, die, neben dem angebotenen Spielmaterial seine Spielfreude anregen. Die Erzieherin greift so wenig als möglich in die Spielprozesse der Kinder ein. Zwischen dem Spiel des Kindes entsteht das Bedürfnis nach Erholungsphasen und Rückzug. Mal sucht es die körperliche Nähe des Erwachsenen - evtl. Bedarf es der Ruhe, Sicherheit oder einer kurzen Entspannung. Für das Spiel des Kindes stehen vielfältige Materialien zur Verfügung, z.B. ein dreiseitiger Kletterständer, ein Schaukelpferd, Korb mit Sandsäckchen, eine Hängematte. Für das weitere Spiel stehen kleine Puppen, Tücher, Kochtöpfchen, Löffel, Filzbälle, Bausteine und Malutensilien.

4.2. Pflege des Kindes

Zur Pflege des Kindes gehört die aufmerksame Begleitung des Erwachsenen bei allem, was kleine Kinder tun und wie sie sich äußern. Dieses beinhaltet unter anderem das gemeinsame Frühstück, die Körperpflege (Windel wechseln, Begleitung zum Toilettengang, Händewaschen, Hilfestellung beim An- und Auskleiden an der Garderobe etc.). Dabei wird das Kind respektiert in seiner Teilhabe. Bei allen Pflegeprozessen ist es selbstverständlich die Kinder freudig einzubeziehen und sie somit in ihrer aktiven Teilhabe zu fördern. Die Kinder möchten schon vieles selber “schaffen“, ganz nach dem Motto: „Hilf mir es selbst zu tun.“

4.3. Alltagsintegrierte Sprachförderung

Für eine gute Sprachbildung braucht das Kind die lebendige Interaktion von Mensch zu Mensch. Es braucht Erwachsene und andere Kinder zum Kommunizieren, die ihm genügend Zeit und Aufmerksamkeit schenken. Das wechselseitige Hören und Sprechen, aber auch der große nonverbale Anteil an Kommunikation (Sprachmelodie, Rhythmus, Tonfall, Mimik, Gestik, Körperhaltung) sind Voraussetzungen für jegliche Sprachentwicklung und Sprachförderung. Die Erzieherin hat ein Bewusstsein von der Sprachbildung des Kindes. Die Freude der Erzieherin an der Sprache und an ihren Ausdrucksmöglichkeiten bildet ein „Sprachbad“ für die Kinder. Die Erzieherin arbeitet bewusst an ihrer eigenen Sprache und achtet auf Aussprache, Akzentuierung, Sprachfluss, Wortschatz und Wortwahl. Insbesondere künstlerische Sprachgestaltung gehören zu unserem pädagogischen Qualitätsmerkmal. Alltagsintegrierte Sprachbildung und Förderung findet statt bei Dialogen mit und unter Kindern und den vorbildlich wirkenden Gesprächen mit Eltern und Kollegen, wie auch bei der Pflege des Zuhörens und Lauschens. Gelegenheiten zum Dialog ergeben sich besonders in den Pflegesituationen, bei den gemeinsamen Mahlzeiten und gemeinsamem Tun. Sinnvolle sprachliche Begleitung der alltäglichen Handlungen der Erzieher/innen leben im Alltag unserer Einrichtung. Die unmittelbare Zuwendung bei allen sprachlichen Äußerungen ist uns wichtig. Sprüche, Reime, Verse, Lieder, Fingerspiele, Handgesten- und Schoßspiele begleiten den Alltag unserer Kinder. Altersgemäße Tänzchen und Reigen, rhythmische Erzählchen, Singspiele, frei erzählte Geschichten, erste schöne Bilderbücher und bewegliche Bilderbücher

4.4 Schlafen

Für das Kleinkind ist das Schlafen in einer neuen Umgebung eine große Herausforderung. Ist das Kind durch eine zeitlassende Eingewöhnungsphase mit den Bezugspersonen der Einrichtung und den räumlichen Gegebenheiten vertraut, kann es entspannt in den Schlaf finden. Jedes Kind hat sein eigenes Bettchen mit Betthimmel oder nach Bedarf ein Gitterbett, das im Schlafraum seinen festen Platz hat. Der Schlafraum wird durch kleine Stellwände unterteilt, so dass die Atmosphäre des Raumes unterstützt wird und die Kinder zur Ruhe finden können.

5. Zusammenarbeit mit den Eltern

Eine gute Zusammenarbeit mit den Eltern ist wichtig für eine gesunde Entwicklung des Kindes. Wir sehen die Eltern als die primären Bezugspersonen an. Deshalb liegt uns sehr daran mit ihnen in einem guten Austausch zu stehen. Durch Kurzinformationen aus dem Gruppenalltag, regelmäßige Elterngespräche und begleitende Dokumentationen, sowie Hausbesuche Elternabende, informieren wir die Eltern über die Befindlichkeit und Entwicklung ihres Kindes. Ebenso ist eine Rückmeldung von Seiten der Eltern zu den Bedürfnissen ihres Kindes wichtig.

 

Stand Februar 2016